Besucherbergwerk Grube Silberhardt, Windeck-Öttershagen

Das Thema Erzbergbau in Nordrhein-Westfalen ist vor allem mit der bis ins Mittelalter zurückreichenden Montangeschichte des westfälischen Siegerlandes verbunden. Erzgruben und -bergwerke gab es aber auch in benachbarten Regionen, wie etwa im Bergischen Land oder im Westerwald. Selbst der Rhein-Sieg-Kreis war einst zumindest östlich des Rheins vielerorts von Bergbauaktivitäten geprägt. Von dieser vielfältigen Montanlandschaft sind nur mehr wenige Spuren erhalten.

Ganz im Osten des Kreises hält das Besucherbergwerk Grube Silberhardt in Windeck-Öttershagen die Erinnerung an die regionale Bergbaugeschichte wach. Schon der Name verweist darauf, dass die Bergleute hier vor allem Silbererz, aber auch Blei, Zink, Kupfer sowie ab dem 19. Jahrhundert Eisenerz abbauten.

Das Großfoto in der Ausstellung verdeutlicht die Dimensionen der Grubenanlage gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Geschichte der Grube reicht – unterbrochen von zeitweiligen Stilllegungen und unter verschiedenen Eigentümern – bis ins 13. Jahrhundert zurück. Im Zentrum des 2003 eröffneten „Erlebnisbergwerks“ stehen die historischen Stollen und Schächte aus dem 15., dem 18. und dem 20. Jahrhundert. Sie waren nach der endgültigen Aufgabe des Grubenbetriebs im Jahr 1926 verfüllt worden. Die ehemaligen Betriebsgebäude sind seit langem verschwunden.

Unter Tage geht es nur im Rahmen einer Führung. Foto: S. Döring, 2013, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Die Mitglieder des lokalen „Fördervereins zur Erhaltung der Bergbau- und Hüttentradition e.V.“ haben einige Teile der Grube ab 1997 in mühevoller – und weitgehend ehrenamtlicher! – Arbeit wieder zugänglich gemacht. Als Zugang für die Besucherinnen und Besucher dient das Mundloch des Neuen Oberen Stollens, flankiert von historischen Grubenbahn-Fahrzeugen. Anderthalb Meter breit und immerhin zwei Meter hoch ist der Stollen, der bis auf das 18. Jahrhundert zurückgeht. 1926 wurde er stillgelegt. Die Gäste müssen – wie es sich untertage gehört – trotzdem zur Vorsicht Helme tragen.

Bei der Führung im Stollen sowie im Besucherzentrum werden zahlreiche verschiedene Mineralien präsentiert.

Seit 2011 ergänzt ein neu gebautes Besucherzentrum unweit des Stolleneingangs das faszinierende Erlebnis der (Arbeits-)Welt unter Tage. Historische Exponate und moderne Medien informieren nicht nur über die abwechslungsreiche Geschichte der Grube und die regionale Bergbauhistorie, sondern auch über die schwierigen und nicht selten gefährlichen Arbeitsbedingungen unter und über Tage – zeitweilig bot die Grube immerhin um die 400 Beschäftigten ein zumeist bescheidenes Auskommen. Ein Bergbauwanderweg mit 14 Infotafeln erschließt die reizvolle Umgebung des Besucherbergwerks.

Ein letztes bauliches Relikt der Grubengeschichte: das ehemalige Wohnhaus des Obersteigers. Foto: Olbertz, 2011, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Text und Fotos: Markus Krause, Stand 2025

Adresse:

Eisenbergstraße 29, 51570 Windeck-Öttershagen

Weitere Informationen:

Langguth, Dieter: Grube Silberhardt. 35 Meter unter der Erde. In: Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 2001. Siegburg 2000, S. 140-143

Patzke, Harald: Bergbau in Windeck und Umgebung. In: Arndt, Claudia Maria (Hg.): Von Wasserkunst und Pingen. Erzbergbau im Rhein-Sieg-Kreis und seiner Umgebung. Siegburg 2005, S. 107-119