Bahnhof Hennef

Die Stadt Hennef, die aus etwa hundert einzelnen Ortschaften und Weilern besteht, kann auf eine lange und interessante Industriegeschichte zurückblicken. Entscheidender Faktor für die Entwicklung des lokalen Gewerbes und der Industrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Bau der Siegtalbahn – sie machte die Bevölkerung mobil und erleichterte den örtlichen Betrieben den Empfang und den Versand von Rohstoffen und Gütern aller Art.

Bahnhof Windeck-Schladern

Lange vor dem motorisierten Individualverkehr erschloss seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn das streckenweise enge und windungsreiche Tal der Sieg zwischen den Städten Siegburg und Siegen. Damit gewann auch die kleine Gemeinde Schladern, heute ein Ortsteil der Gemeinde Windeck, einen besseren Zugang für Menschen und Güter zum westfälischen Siegerland im Osten und zum Rheintal im Westen.

Siegtalbahn zwischen Hennef und Windeck-Au

Eine Zugfahrt von Köln nach Siegen oder Gießen ist immer ein interessantestes Erlebnis. Dies gilt vor allem für den Streckenabschnitt entlang der Sieg von der Stadt Hennef bis zu der Gemeinde Windeck-Au an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. Im landschaftlich reizvollen Flusstal ist die Eisenbahn – wie der rote S-Bahn-Zug auf der eingleisigen Bogenbrücke bei Hennef-Blankenberg (Foto: EveryPicture, via Wikimedia Commons, CC-BY-SA-3.0) – zum selbstverständlichen Element der Kulturlandschaft zwischen Bergischem Land im Norden und Westerwald im Süden geworden.

Wartehalle der „Siebengebirgsbahn“, Bad Honnef

Hervorragende Architektur muss nicht spektakulär und auffällig sein, sie muss es auch nicht darauf anlegen, ihr Umfeld durch ihre pure Präsenz zu dominieren. Qualität bemisst sich nach anderen Kriterien, wie etwa der baulichen Umsetzung einer schlüssigen Idee, aber auch einem überzeugenden Zusammenspiel der einzelnen gestalterischen Elemente. Die ehemalige Wartehalle an der Endhaltestelle der „Siebengebirgsbahn“ in Bad Honnef steht in diesem Sinne für gebaute Eleganz im bescheidenen Maßstab.

Bahnhof Kottenforst, Meckenheim-Lüftelberg

Der Bahnhof wurde 1880 gleichzeitig mit dem Bau der Bahnlinie Euskirchen-Bonn mitten in dem weitläufigen Kottenforst errichtet. Er unterscheidet sich durch seine Fachwerkkonstruktion und die helle Putzausfachung von den anderen Stationsgebäuden an der Strecke, die als Backsteinbauten ausgeführt wurden. Der besondere Reiz des Bahnhofs liegt in der Kombination von technischem Funktionsgebäude, historisierender Fachwerkidylle und ländlicher Atmosphäre. Das Empfangsgebäude ist – wenngleich um einige Anbauten erweitert – gut erhalten. Es wird heute als Gasthof genutzt und ist ein beliebtes Ausflugsziel am Wochenende.

Bahnhof Meckenheim und die Voreifel-Bahn

Der Bahnhof Meckenheim wurde 1880 zeitgleich mit dem Bau der Strecke zwischen Euskirchen und Bonn errichtet. Die neue Verbindung über Meckenheim entwickelte sich sowohl im Nahverkehr als auch im Fernverkehr gut.  Es gab zwischenzeitlich sogar Schnellzüge zwischen Aachen und Bonn über Düren und Euskirchen. Auch als Güterstrecke hatte die Strecke Bedeutung, weil sie unter Umgehung des Bahnknotens Köln eine Verbindung von Aachen an den Rhein bot. In den autoverrückten 1970 und 1980er Jahren verlor die Voreifelbahn zwischen Euskirchen und Bonn an Bedeutung. In den 1990er Jahren begann dann eine Renaissance der Bahnstrecke als Nahverkehrsverbindung.

Bahnhof Rheinbach

Rheinbach war Mitte des 19. Jahrhunderts ein kleines Landstädtchen, die Kreisstadt einer agrarisch geprägten Region – und lag abseits der modernen Verkehrsverbindungen. Bonn hatte bereits seit 1844 einen Bahnanschluss, Euskirchen seit 1864. Nach Rheinbach kam man aber nur mit Kutschen und Fuhrwerken, zu Pferd oder zu Fuß. 1880 war es dann aber so weit: Die Eisenbahnlinie Euskirchen-Bonn ward eröffnet und Rheinbach erhielt einen Bahnanschluss mit einem stattlichem Empfangsgebäude und Güterschuppen. Das Bahnhofsensemble in Rheinbach ist ausgesprochen gut erhalten. Fast wäre Rheinbach sogar Kreuzungsbahnhof geworden. Doch die Verbindung von Liblar über Rheinbach an die Ahr, die die Rheinstrecke entlasten sollte, wurde zwar weitgehend gebaut, aber nie in Betrieb genommen.

Bahnhof Sechtem, Bornheim-Sechtem

Am Haltepunkt Sechtem zwischen Bonn und Köln sind zwei Bauwerke aus der Frühgeschichte der Strecke erhalten. Das Stationsgebäude und der Güterschuppen wurden 1848/49 erbaut. Die Güterhalle ist gut erhalten, das Empfangsgebäude hingegen durch Umbauten verunstaltet.

Bahnhof und Stellwerkmuseum, Alfter-Witterschlick

In Witterschlick steht der „jüngste“ der historischen Bahnhöfe an der Bahnlinie Euskirchen-Bonn. Er wurde erst 1903, also 23 Jahre nach der Eröffnung der Strecke 1880 eingerichtet. Grund für den verspäteten Bahnhofsanschluss waren die wertvollen Tonvorkommen in der Nähe, die ab den 1880er Jahre ausgebeutet wurden. Der Bahnhof ist samt Stellwerk und Güterschuppen erfreulich gut erhalten. Die historische Technik zur Steuerung der Weichen und Signale kann inzwischen als „Stellwerkmuseum Witterschlick“ zu besonderen Anlässen besichtigt werden.

Bahnhof Königswinter

Bis zum Siegeszug der Massenmotorisierung in den 1960er/1970er Jahren war der 1870 eröffnete und später mehrfach erweiterte Bahnhof Königswinter das touristische Tor zum Siebengebirge. Entscheidend war vor allem die Verbindung in die Großstädte Köln und Düsseldorf und natürlich in den industriellen Ballungsraum Ruhrgebiet. Aber nicht nur der lokale Tourismus, sondern auch das lokale Handwerk und die Industrie profitierten von dem Anschluss der Stadt an die seit 1871 durchgängig befahrbare rechtsrheinische Bahnlinie.

Bahnhof Oberkassel

Zwei Durchgangsgleise, zwei Bahnsteige und ein gut erhaltenes klassizistisches Empfangsgebäude von 1870, das seit langem als Restaurant genutzt wird – das ist alles, was von den einst weitläufigen Bahnanlagen in Oberkassel (seit 1969 offiziell Bonn-Oberkassel) übriggeblieben ist. Für die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde mit ihren Steinbrüchen und Baustofffabriken war der Anschluss an die rechtsrheinische Eisenbahn von entscheidender Bedeutung.

Bahnhof Rolandseck, Remagen-Rolandseck

Der Bahnhof Rolandseck wurde 1856-1858 in unmittelbarer Nähe zum Rhein erbaut und war in der damals ländlich-kleinteiligen Umgebung ein gigantisch großes Bauwerk. Das Empfangsgebäude hatte für die Eisenbahngesellschaft eine wichtige repräsentative Bedeutung – und wurde entsprechend anspruchsvoll gestaltet. Die neue Bahnlinie brachte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Fahrgäste aus dem Norden erstmals unmittelbar an den romantischen Rhein. Durch die Umwandlung in einen „Künstlerbahnhof“ in den 1960er Jahren und den erfolgreichen Kampf für seine Erhaltung konnte er als eine Ikone der Industriekultur erhalten bleiben. Heute ist der Bahnhof als Empfangsgebäude des Arp-Museums öffentlich zugänglich und bietet einen faszinierenden Ausblick auf die Rheinlandschaft.

Drachenfelsbahn, Königswinter

Als erste Zahnradbahn in Deutschland ist die Drachenfelsbahn in Königswinter ein Highlight der Technikgeschichte. Seit 1883 befördert sie dank dem Zahnradantrieb nach dem System Riggenbach auf steiler Strecke begeisterte Fahrgäste auf den Drachenfels, den zwar nicht höchsten, aber eindeutig beliebtesten Berg im Siebengebirge. Mitte der 1950er Jahre wurden die historischen Dampfloks durch Elektro-Zahnradtriebwagen ersetzt. Betreiber der Bahn ist die „Bergbahnen im Siebengebirge AG“, die Ferdinand Mülhens (1844-1928), Inhaber des weltweit bekannten Kölner Unternehmens „4711“, 1923 gegründet hatte.

Hauptbahnhof Bonn

Das repräsentative Empfangsgebäude des Bonner Hauptbahnhofes von 1884 ersetzte einen kleinen Bau von 1844, der mit der ersten Bahnverbindung nach Bonn entstand. Der zweite Bahnhofsgebäude ist bis heute äußerlich gut erhalten – ebenso die historische Bahnsteinüberdachung.

Stellwerk, Bonn-Duisdorf

Der stattliche Bahnhof Duisdorf, 1880 mit der Eröffnung der Bahnlinie von Bonn nach Euskirchen errichtet, wurde 1978 abgerissen. Übrig geblieben ist ein gesichtsloser Haltepunkt der S-Bahnlinie mit zwei Gleisen, ein paar Glasdächern und mächtigen Lampenmasten. Letztes bauliches Relikt der ehemaligen Bahnhofsanlage ist ein gut erhaltenes Stellwerk, das 1939 erbaut wurde und als eingetragenes Denkmal auf Dauer Bestand hat.

Bahnhof, Bonn-Bad Godesberg

Im Godesberg erwartet die Reisenden ein anmutig-eleganter Bahnhof, dessen Architektur Jugendstil und historisierende Elemente verbindet. Die Bahnanbindung nach Norden bestand schon seit 1855. Das jetzige Bahnhofgebäude wurde 1908 als Ersatz eines älteren Bahnhofs neu errichtet, um Ankunft und Abfahrt im Ort der Rentner und Ausflügler, Internate und Sanatorien einen angemessen Rahmen zu verleihen.

Strassenbahn-Depot, Bonn

Im Norden der Stadt ist ein bedeutendes Zeugnis der Industriekultur in Bonn zu entdecken: das ehemalige Straßenbahn-Depot, 1905/06 im Jugendstil erbaut. Das komplett erhaltene und sehenswerte Ensemble besteht aus der großen Wagenhalle, Direktorenvilla, Remise, Hausmeisterwohnhaus und Umzäunungsmauer. Durch seine öffentliche Nutzung ist es von außen zudem gut zugänglich.

Bonner Untergrundstationen

Grün, Blau, Orange, Braun und Gelb – viel geläufiger als die Namen der unterirdischen Stadtbahnhaltestellen sind den Bonnern deren Farben. Hier kann man auf der Fahrt im täglichen Pendelverkehr futuristisch anmutende Räume der Space Ära erleben – poppig, kultig, denkmalwert!

„Bahnhöfchen“, Bonn-Beuel

Das sogenannte „Bahnhöfchen“ in Bonn-Beuel ist ein gar nicht so kleiner Bahnhof für eine gar nicht so unbedeutende Bahn: Das 1891 errichtete Fachwerkgebäude direkt am Rheinufer unweit der Kennedybrücke war eine der wichtigsten Stationen der Bröltalbahn (ab 1921 Rhein-Sieg-Eisenbahn AG). Sie erschloss die ländlich geprägte Region zwischen dem vorderen Westerwald und dem südlichen Bergischen Land. Mit ihrer Spurweite von 785 Millimetern gilt sie als die erste Schmalspurbahn des öffentlichen Verkehrs in Deutschland.

Der Bonner Hafen, Bonn-Graurheindorf

Hinter hohen Zäunen, die dem Sicherung der Waren und dem Lärmschutz dienen, kann man am Rheinkilometer 658 in Graurheindorf den Bonner Hafen und ein Stück große, weite Welt erahnen. Bunt leuchtende Containerberge und eine imposante Ladebrücke ragen hoch in den Himmel über dem Fluss auf.

Bahnhof Bonn-Beuel

Der Bahnhof Bonn-Beuel ist eine der wichtigsten Stationen an der seit 1871 durchgängig befahrbaren rechtsrheinischen Magistrale von Neuwied nach Troisdorf und weiter nach Köln. Das stattliche, mehrmals erweiterte Empfangsgebäude von 1880 zeugt von einem regen Personenverkehr. Das immer noch weitläufige Bahnhofsgelände und der historische, vor einiger Zeit aufwändig translozierte Fachwerk-Güterschuppen erinnern an die ehemalige Bedeutung des Bahnhofs für die industrielle Entwicklung des Beueler Ostens zum lokalen Zentrum von Gewerbe und Industrie.

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INDUSTRIEKULTUR BONN / RHEIN-SIEG
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