Im Rhein-Sieg-Kreis ist Troisdorf, verglichen mit anderen Kommunen, die Stadt des Gewerbes und der Industrie – das gilt nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die vergangenen zwei Jahrhunderte. Das „MUSIT. Museum für Stadt und Industriegeschichte“ präsentiert wichtige Facetten dieser vielfältigen Historie. Dabei geht es – so das Selbstverständnis des von der Stadt getragenen Hauses – um das komplexe Zusammenspiel von technischen, architektonischen, sozialen und strukturellen Aspekten der Entwicklung einer Industriestadt.
In Witterschlick steht der „jüngste“ der historischen Bahnhöfe an der Bahnlinie Euskirchen-Bonn. Er wurde erst 1903, also 23 Jahre nach der Eröffnung der Strecke 1880 eingerichtet. Grund für den verspäteten Bahnhofsanschluss waren die wertvollen Tonvorkommen in der Nähe, die ab den 1880er Jahre ausgebeutet wurden. Der Bahnhof ist samt Stellwerk und Güterschuppen erfreulich gut erhalten. Die historische Technik zur Steuerung der Weichen und Signale kann inzwischen als „Stellwerkmuseum Witterschlick“ zu besonderen Anlässen besichtigt werden.
In dem kleinen Ort Bergheim an der Sieg kann man ein Stück Weltkulturerbe erleben: Die Flussfischerei, wie sie bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein an der Mündung der Sieg in den Rhein betrieben wurde, wurde 2016 als immaterielles kulturelles Erbe anerkannt und in das Bundesweite Verzeichnis für Immaterielles Kulturerbe aufgenommen. In dem 2010 eröffneten Fischereimuseum Bergheim an der Sieg werden auf über 500 m² Ausstellungsfläche die alten Traditionen und Handwerkstechniken für die Gäste wieder lebendig.
Dekor, Dekor, Dekor! Moderne Gläser sind eher puristisch. Und so staunt der Betrachter des Vitrinen-Reigens im Rheinbacher Glasmuseum nicht schlecht, dort eine Wunderkammer der Glasveredelungs-Technik zu entdecken. Zahlreiche aufwändige Verfahren wurden entwickelt, um Glas über die reine Transparenz hinaus zu gestalten. Der Reiz der Präsentation in Rheinbach besteht in einer großen Stilvielfalt von schönen, eleganten, raffinierten und üppig dekorierten, aber auch abstrakt-modernen Gläsern.
Das Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter versteht sich als klassisches Regionalmuseum. Dementsprechend groß ist die Bandbreite der Themen, die in der Dauerausstellung mit zahlreichen Objekten und Medien präsentiert werden: von der Geologie der Sieben Berge, dem Steinabbau und der Entstehung der Kulturlandschaft über die Geschichte des Siebengebirgsraums bis hin zur Entwicklung des Tourismus, der für Königswinter bis heute eine besondere Rolle spielt. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die regelmäßigen Sonderausstellungen mit Gemälden und Kunstwerken zum Thema „Rheinromantik“.