Vor der Einführung einer zentralen Wasserversorgung war die Bevölkerung darauf angewiesen, Wasser zweifelhafter Qualität aus Pumpen, Brunnen oder offenen Gewässern eimerweise nach Hause zu tragen. Eine zentrale und kontrollierte Bereitstellung von Leitungswasser versprach eine wesentliche Verbesserung der Lebensumstände. Um einen ausreichenden Leitungsdruck zu erzielen, waren oft Wassertürme erforderlich. Der Wasserturm in Gielsdorf wurde 1901 gebaut. Er konnte 1.200 Haushalte mit Wasser versorgen und war bis 1972 in Betrieb. Der Gielsdorfer Turm steht zwar unter Denkmalschutz, verfällt allerdings zusehends.
Er fällt an der Verbindungsstrasse zwischen Heimerzheim und Bornheim sofort ins Auge – der Wasserturm in Brenig. Sein breiter „Wasserkopf“ ruht auf einem vergleichsweise schmalen Turmschaft und fasste rund 70.000 Liter Wasser. Der Turm versorgte die hoch gelegen Ortschaften am Vorgebirgshang seit Beginn des 20. Jahrhunderts mit gutem Trinkwasser. Der Turm kam in den 1990er Jahren in Privatbesitz, wurde denkmalgerecht saniert und erfreut sich heute einer sinnvolle Nutzung als Wohngebäude. Bemerkenswert ist zudem das anmutige und gut erhaltene Pumpenhäuschen, das die Versorgung des Wasserkopfes besorgte.
Am Haltepunkt Sechtem zwischen Bonn und Köln sind zwei Bauwerke aus der Frühgeschichte der Strecke erhalten. Das Stationsgebäude und der Güterschuppen wurden 1848/49 erbaut. Die Güterhalle ist gut erhalten, das Empfangsgebäude hingegen durch Umbauten verunstaltet.
In Witterschlick steht der „jüngste“ der historischen Bahnhöfe an der Bahnlinie Euskirchen-Bonn. Er wurde erst 1903, also 23 Jahre nach der Eröffnung der Strecke 1880 eingerichtet. Grund für den verspäteten Bahnhofsanschluss waren die wertvollen Tonvorkommen in der Nähe, die ab den 1880er Jahre ausgebeutet wurden. Der Bahnhof ist samt Stellwerk und Güterschuppen erfreulich gut erhalten. Die historische Technik zur Steuerung der Weichen und Signale kann inzwischen als „Stellwerksmuseum Witterschlick“ zu besonderen Anlässen besichtigt werden.
In Roisdorf ist direkt am Bahnhof die eindrucksvolle Fassade einer Halle erhalten, in der seit 1929 der lokale Gemüseverkauf in Form einer Versteigerung organisiert wurde. Das Gebäude im expressionistischen Stil der 1920er Jahre wurde von einer Genossenschaft errichtet. Ihr Ziel war es, den kleinen Gemüsebaubetrieben die mühsame und lange Fahrten zu den Märkten in Köln und Bonn zu ersparen und ihnen den Verkauf von Obst und Gemüse zu erleichtern. Der Bahnanschluss ermöglichte auch die Belieferung der industriellen Zentren im Rhein-Ruhr-Gebiet.
In Hersel sind wesentliche Bauten der ehemaligen Germania Brauerei erhalten. Die Firma produzierte von 1864 bis 1990 und war einst eine der bedeutendsten Brauereien des südlichen Rheinlands. Nach der Stilllegung wurden die ehemaligen Produktionsgebäude in Wohnungen verwandelt. Das Ensemble ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein ehemaliges Industrieareal unprätentiös in eine neue Nutzung überführt werden kann – und dabei das bauliche Erbe erhalten bleibt.
In Roisdorf ist etwas versteckt ein Gebäudeensemble der ehemaligen Lederfabrik Gammersbach zu entdecken. Die Gerberei und Fabrik produzierte vom Anfang der 1850er Jahre bis 1953 verschiedene Zivil- und Militärartikel aus Leder. Sie beschäftigte zeitweise über 300 Personen auf einem umfangreichen Fabrikareal und war damit einer der bedeutendsten Betriebe im ländlichen Umfeld Bonns. Zwei Hochbauten und die charakteristische Straßenfassade zur Brunnenallee sind relativ unverändert erhalten.Das Ensemble ist gutes Beispiel dafür, wie ein bedeutender Industriekomplex unprätentiös erhalten werden kann.
Münzfunde deuten darauf hin, dass der Brunnen in Roisdorf bereits in römischer Zeit genutzt wurde. Im Jahr 1774 erschien eine medizinische Dissertation, die den gesundheitsfördernden Wert des Roisdorfer Mineralwassers hervorhob und damit überregionale Aufmerksamkeit erregte.In der Folge entwickelte sich vom Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts in dem kleinen Ort ein reger Kurbetrieb. Aber die Quelle war frühzeitig auch ein „Versandbrunnen“. Der Export des Roisdorfer Wassers wurde ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im industriellen Maßstab betrieben. Ein Gebäudeensemble aus der Hochzeit der Mineralwasserabfüllung ist erhalten geblieben und als technisches Denkmal geschützt. Zudem ist die Rekonstruktion eines Brunnentempels in einer kleinen Parkanlage samt Brunnenweiher sehenswert.
Lange wurden an der Kante des Villehangs westlich von Roisdorf Quarzsand, Kies und Ton abgebaut. Inzwischen ist die ehemalige Grube ein Naturschutzgebiet, das bedrohten Pflanzen und Tieren Lebensraum bietet. Da die Naturschutzzone nicht öffentlich zugänglich ist, errichtete der „Landschaftsschutzverein Vorgebirge“ 1997 einen Aussichtsturm, der einen Einblick in die ehemalige Grube gewährt, die sich heute als vielfältiges Biotop-Mosaik vor dem weiten Horizont des Rheintals ausbreitet.
Die Kiesgruben bei Witterschlick, gelegen am Rand des dunklen Kottenforstes, überraschen weißem Sand und türkisblauem Wasser. Dort wird besonders reiner und heller Quarzsand abgebaut. Daher leuchtet das Wasser der Abbauseen wie an einem karibischen Strand. In der Nähe von Volmershoven liegt ein großer Baggersee der Quarzwerke Witterschlick, aus dem Sand und Kies geschöpft werden. Im Norden der 45 Hektar großen Fläche bietet ein Aussichtsturm einen guten Überblick über eine rekultivierte Wasserfläche des Baggersees. Einen eindrucksvollen Anblick bietet auch die benachbarte, 62 Hektar große Kiesgrube Flerzheim, in der ebenfalls Quarzsand und Quarzkies gewonnen werden. Sie ist bereits während der aktiven Nutzung zum Naturschutzgebiet erklärt worden.
1890 nahm das „Thonwerk Witterschlick, Servais & Co“ die Produktion von Tonröhren, Steinzeug und feuerfester Keramik auf. Die Firma betrieb seit 1885 bereits eine Tongrube. Über dem tief in der Erde liegenden, besonders wertvollen Blauton, der damals bevorzugt abgebaut wurde, standen andere, magerere Tonschichten an. Deren Transport lohnte sich weniger, aber eine Verarbeitung vor Ort sehr wohl. Die Nähe zu den Tongruben, aber auch zu den großen städtischen Zentren des Rheinlands erschien reizvoll. Daher kam es zur Gründung der Fabrik in Witterschlick, die schnell zu einem Großbetrieb heranwachsen sollte und bis heute das Ortsbild bestimmt.
Zwischen Witterschlick, Volmershoven und Heidgen bauten bereits Mitte des 19. Jahrhunderts etliche kleine Betriebe Ton ab, um daraus Dachziegel und Töpferwaren herzustellen. Der entscheidende Durchbruch kam aber mit dem Fund von besonders wertvollen Blautonen 1880 in Volmershoven. Er führte zu einem regem Tonabbau sowohl unter- als auch übertage südlich von Witterschlick. Der letzte große Tagebau ruht momentan. Aber es lassen sich noch Zeugnisse des Tonabbaus sowie Gleisfragmente der ehemaligen Werks- und Feldbahnen entdecken.
Der ungewöhnliche Wasserturm in Bornheim-Rösberg wurde 1919 unter der britischen Besatzung errichtet. Er fasste 100.000 Liter Wasser und versorgte die Ortschaften Rösberg, Hemmerich, Kardorf, Merten-Heide und Trippelsdorf mit hochwertigem Leitungswasser. Der Turm wurde 1975 außer Betrieb genommen, ist äußerlich noch gut erhalten und inzwischen eines der Wahrzeichen des Dorfes.