
Der Dächelsberg ist vulkanischen Ursprungs. Der erste Ausbruch bildete einen Kegel aus Trachyttuff-Stein. Von einem späteren Vulkanausbruch stammt der Basalt, der säulenförmig im Inneren erstarrte. Er wurde von 1857 bis 1967 am Dächelsberg abgebaut und verarbeitet. Ein Aussichtsturm bietet einen imposanten Einblick in die Wand des Steinbruchs
Der Abbau erfolgte mit Hämmern, Brechstangen – aber auch mittels lautstarken Dynamit-Sprengungen. Ein Brecherwerk sorgte vor Ort für die Zerkleinerung des Gesteins. Dieses wurde mit Pferdefuhrwerken nach Mehlem transportiert, dort verladen und über den Rhein verschifft. Später erfolgte die Umstellung auf LKWs, die den Basaltsplitt und -schotter auch direkt auf die Baustellen lieferten. In der Nachkriegszeit arbeiteten Gefangene der Justizvollzugsanstalt Rheinbach unter Bewachung im Steinbruch.

Nach der Stilllegung 1967 Jahren wurde das Areal sich selbst überlassen. In der Grube des Abbaugeländes bildete sich ein bis zu zehn Meter tiefer See, der trotz Verbote zum Schwimmen und Eislaufen genutzt wurde. An der Felswand versuchten sich Kletterer.
1981 erwarb die Gemeinde Wachtberg das Gelände, um das bedeutende geologische Ensemble zu sichern. Sie beseitigte die technischen Anlagen des Steinbruchbetriebs, ein Brecherwerk und ein Materialsilo, und zäunte das Grundstück ein. Der einst tiefe See wurde aufgefüllt und ist inzwischen eine Flachwasserzone mit Feuchtbiotop. Aufgrund der geologischen und ökologischen Bedeutung 1982 erfolgte eine Unterschutzstellung des Steinbruchgeländes als Naturdenkmal. Dabei wurden die „Seltenheit, besondere Eigenart und hervorragende Schönheit“ des Landschaftsbildes betont.

Seit den 1980er Jahren betreut der NABU das Ökotop rund um den Dächelsberg. Er bewahrt die geologischen und ökologischen Nischen, die sich aufgrund des kalkhaltigen Lössbodens und Basalts auf dem Gelände des ehemaligen Steinbruchs gebildet haben. Die Mager- und Feuchtwiesen werden gepflegt, ebenso wie die besonders artenreiche Waldlandschaft, um dort Bereiche „lichten Schattens“ zu erhalten, die gefährdeten Pflanzenarten zugutekommen. An seltenen Vögeln sind Klein- und Mittelspecht, Hohltaube und im Feuchtbiotop die Wasserralle und der Teichrohrsänger ansässig. Auch Pflanzen profitieren von den besonderen Bedingungen in der Steinbruchlandschaft, so zum Beispiel das Schopfkreuzblümchen, der Hügelbaldrian, das Berg-Johanniskraut und acht verschiedene Orchideenarten.


Aussichtsturm und Informations-Stele des Naturparks Rheinland am Steinburch Dächelsberg. An den Infosäulen kann man Gesteinsproben entnehmen, hier zum Beispiel: Basalt.
2015 entstand ein Aussichtsturm mit Informationstafeln des Naturparks Rheinland, der aus der Vogelperspektive einen weiten Blick in das Steinbruchgelände und Biotop bietet. Der ehemalige Vulkan ist durch den Steinabbau „lehrbuchartig“ in der Mitte geöffnet, sodass man einen Einblick in das Innere erhält. Die deutlich sichtbaren Basaltsäulen markieren das Zentrum des ehemaligen Vulkans (siehe Titelbild).
Der Naturpark Rheinland hat rund um das Naturdenkmal zudem die sieben Kilometer lange „Dächelsberg-Runde“ ausgeschildert, die neben dem Steinbruch auch Hinweise auf die Erz-Grube Laura und die Ton-Grube Jette gibt.
Text und Fotos: Detlef Stender, Stand 2025
Adressen: Steinbruch und Aussichtsturm Dächelsberg: Dreiköniginstraße, Ecke L 123 / Konrad-Adenauer-Straße
Weitere Informationen:
General-Anzeiger 4.5.2018: Der Dächelsberg in Wachtberg ist jetzt ein Biotop. https://ga.de/region/voreifel-und-vorgebirge/wachtberg/der-daechelsberg-in-wachtberg-ist-jetzt-ein-biotop_aid-43751299
Willeke, Heinz Dieter: Basaltabbau am Dächelsberg / Ton- und Quarzit-Abbau in Niederbachem. In: Heimat- und Verschönerungsverein Niederbachem (Hg.): Niederbachem. Ein Dorf im Wandel, Wachtberg-Niederbachem 1998, S. 142-145
Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW: Naturschutzgebiet Daechelsberg – Liessemer Berg.https://nsg.naturschutzinformationen.nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/SU-008

