Die Broicher Mühle oder Obere Mühle in Villip wurde bereits 886 erstmals erwähnt – und ist damit über 1.100 Jahre alt. Seit dem 17. Jahrhundert bewirtschaftet die Familie Bedorf den Betrieb – anfangs als Pächter, ab 1834 dann als Eigentümer. Das Anwesen wird daher auch Bedorf-Mühle genannt. Bemerkenswert ist, dass die Mühle weiterhin in Betrieb ist und dort nach wie vor Getreide mithilfe von Wasserkraft gemahlen wird.
Im südlichen Rheinland gab es schon seit vorindustrieller Zeit die Tradition, Obst und Zuckerrüben einzukochen und einzudicken – zu Rüben-, Apfel-, Birnen oder Zwetschgenkraut, um die Früchte dauerhaft zu konservieren. Dieser süß-herbe Obst- oder Zuckerrübensirup galt daher als preiswerter Brotaufstrich und Süßungsmittel für arme Leute. Die Herstellung erfolgte zunächst meist im häuslichen Nebenerwerb, seit Mitte des 19. Jahrhundert kamen aber auch kleine Krautfabriken auf. Trotz der Nachfrageschwäche nach dem Krieg behauptete sich die Grafschafter Krautfabrik Josef Schmitz erfolgreich am Markt – dank kluger Marketingmaßnahmen und Übernahmen. Sie stellt nach wie vor das im Rheinland legendäre Rübenkraut unter der Marke „Grafschafter Goldsaft“ her.
Im Drachenfelser Ländchen sind zwei mächtige Windmühlenstümpfe erhalten. Der Betrieb der Mühlen wurde bereits um 1900 eingestellt und die Windmühlenflügel sind abgängig. Trotzdem sind beide Türme dank ihrer Lage und Größe markante Landmarken.
Der Bahnhof Meckenheim wurde 1880 zeitgleich mit dem Bau der Strecke zwischen Euskirchen und Bonn errichtet. Die neue Verbindung über Meckenheim entwickelte sich sowohl im Nahverkehr als auch im Fernverkehr gut. Es gab zwischenzeitlich sogar Schnellzüge zwischen Aachen und Bonn über Düren und Euskirchen. Auch als Güterstrecke hatte die Strecke Bedeutung, weil sie unter Umgehung des Bahnknotens Köln eine Verbindung von Aachen an den Rhein bot. In den autoverrückten 1970 und 1980er Jahren verlor die Voreifelbahn zwischen Euskirchen und Bonn an Bedeutung. In den 1990er Jahren begann dann eine Renaissance der Bahnstrecke als Nahverkehrsverbindung.
Rheinbach war Mitte des 19. Jahrhunderts ein kleines Landstädtchen und die Kreisstadt einer agrarisch geprägten Region – und lag abseits der modernen Verkehrsverbindungen. Bonn hatte bereits seit 1844 einen Bahnanschluss, Euskirchen seit 1864. Nach Rheinbach kam man aber nur mit Kutschen, Fuhrwerken oder zu Fuß. 1880 war es dann aber so weit: Die Eisenbahnlinie Euskirchen-Bonn ward eröffnet und Rheinbach erhielt einen Bahnanschluss mit einem stattlichem Empfangsgebäude und Güterschuppen. Das Bahnhofsensemble in Rheinbach ist ausgesprochen gut erhalten. Fast wäre Rheinbach sogar Kreuzungsbahnhof geworden. Doch die Rhein-Mosel-Entlastungsbahn von Liblar über Rheinbach an die Ahr wurde zwar weitgehend gebaut, aber nie in Betrieb genommen.
Die „Dächelsberg-Runde“ des Naturparks Rheinland führt neben dem gleichnamigen Steinbruch auch zu den Spuren ehemaliger Gruben in unmittelbarer Nähe: der Erzgrube Laura und der Tongrube Jette. Die sichtbaren Überreste halten sich in Grenzen, aber die Ausschilderungen des Naturparks machen die Relikte des Erz- und Tonabbaus vor Ort gut nachvollziehbar.
Was mag ein Drehwerk in Adendorf sein? Natürlich eine Töpferscheibe! Aber zugleich könnten damit auch die rotierenden Filmspulen eines Projektors gemeint sein. Denn auf dem Gelände einer ehemaligen Adendorfer Töpferei ist heute ein Programmkino, eine Kleinkunstbühne und ein Restaurant zu finden.
Die Lüftelberger Mühle wurde Mitte des 17. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Sie gehörte früher zur benachbarten Wasserburg. Das Gebäude ist gut erhalten und verfügt über ein rekonstruiertes Wasserrad.
Dekor, Dekor, Dekor! Moderne Gläser sind eher puristisch. Und so staunt der Betrachter des Vitrinen-Reigens im Rheinbacher Glasmuseum nicht schlecht, dort eine Wunderkammer der Glasveredelungs-Technik zu entdecken. Zahlreiche aufwändige Verfahren wurden entwickelt, um Glas über die reine Transparenz hinaus zu gestalten. Der Reiz der Präsentation in Rheinbach besteht in einer großen Stilvielfalt von schönen, eleganten, raffinierten und üppig dekorierten, aber auch abstrakt-modernen Gläsern.
Die Obere Mühle in Meckenheim existierte wohl bereits um 1400. Um 1660 gehörten zum Mühlenanwesen neben dem Hauptgebäude mit Mahlwerk zwei Brücken, Wiesen und Weiden sowie ein System von Wassergräben und Wasserflächen, Schleusen und Dämmen. Das Mahlwerk wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts durch ein Wasserrad angetrieben und später auf Motorbetrieb umgestellt. Die Mühlentechnik der Firma, die 1972 geschlossen wurde, ist erhalten. Durch bürgerschaftliches Engagement wurde die Mühle wieder in Betrieb genommen und kann nun funktionsfähig besichtigt werden.
Der Dächelsberg ist vulkanischen Ursprungs. Der erste Ausbruch bildete einen Kegel aus Trachyttuff-Stein. Von einem späteren Vulkanausbruch stammt der Basalt, der säulenförmig im Inneren erstarrte. Er wurde von 1857 bis 1967 am Dächelsberg abgebaut und verarbeitet. Ein Aussichtsturm bietet einen imposanten Einblick in die Wand des Steinbruchs
Adendorf brennt – hieß es früher. In zahlreichen Töpferöfen wurden seit Mitte des 18. Jahrhunderts graublaue Steinzeug-Gefäße gebrannt. Obwohl zunächst jedes Stück auf der Scheibe handgedreht wurde, gelang es den Adendorfer Töpfern, große Mengen herzustellen. Die größeren Betriebe nannten sich stolz Steinzeug-Fabriken – und legten Wert darauf, als Industrie- und nicht als Handwerksbetriebe bezeichnet zu werden. Insgesamt konnten im kleinen Adendorf 47 Produktionsstandorte nachgewiesen werden. In den 1960er und 1970er Jahren begann der Niedergang der Steinzeugindustrie. Heute gibt es noch drei Handwerksbetriebe und den Adendorfer „Töpferpfad“, der zu historischen Stätten der Tonverarbeitung führt.
Im Rheinbacher Stadtpark ist der Wasserturm von 1897 erhalten. Bereits 1984 wurde der Turm zum Denkmal erklärt, unter anderem, weil er zusammen mit den Türmen der Stadtmauer und dem Kirchturm das Stadtbild prägt. Die Form des Turms konnte nicht vollständig bewahrt werden. Aber der Turm und das Maschinenhaus des Wasserwerks sind als Baukörper erhalten und nach wie vor bemerkenswerte Landmarken am Stadtrand.