Wasserturm Bornheim-Brenig

Er fällt an der Verbindungsstrasse zwischen Heimerzheim und Bornheim sofort ins Auge – der Wasserturm in Brenig. Sein breiter „Wasserkopf“ ruht auf einem vergleichsweise schmalen Turmschaft und fasste rund 70.000 Liter Wasser. Der Turm versorgte die hoch gelegen Ortschaften am Vorgebirgshang seit Beginn des 20. Jahrhunderts mit gutem Trinkwasser. Der Turm kam in den 1990er Jahren in Privatbesitz, wurde denkmalgerecht saniert und erfreut sich heute einer sinnvolle Nutzung als Wohngebäude. Bemerkenswert ist zudem das anmutige und gut erhaltene Pumpenhäuschen, das die Versorgung des Wasserkopfes besorgte.

Wasserturm Brenig vor der Sanierung, vermutlich 1980er Jahre. Stadtarchiv Bornheim 33-9542.

Das Bauwerk wurde 1907 in Brenig errichtet, 1957 außer Betrieb genommen und 1986 unter Denkmalschutz gestellt. Es ähnelt im Aufbau stark dem Wasserturm in Gielsdorf. Der Turmschaft ist in Brenig allerdings etwas höher als in Gielsdorf. Der später Bornheim-Rösberg errichtete Wasserturm unterscheidet sich hingegen deutlich von den Ausführungen in Brenig und Gielsdorf.

Die Euskirchener Gaswerke hatten das Gebäude in Brenig Ende der 1980er Jahre an einen privaten Besitzer verkauft. Mitte der 1990er Jahre erfolgte eine Sanierung und Umnutzung in einen Veranstaltungsort mit Galerie. Zusätzliche Räume konnten direkt am Turm unterirdisch realisiert werden. Für deren Belichtung sorgen pyramidenförmige Glasdächer. Später wurde der Turm dann in Wohnraum umgewandelt.

Die Luftaufnahme (von 2013) zeigt, wie die zusätzliche Belichtung im Turm und in den unterirdischen Räumen ohne massive Eingriffe in die Bausubstanz realisiert wurde. Die Veränderungen sind aus der Straßenperspektive kaum erkennbar. Foto: Wolkenkratzer, via Wikimedia Commons, BY-SA 3.0.

Damit das Wasser überhaupt in den Wasserturm gelangte, war eine Pumpenanlage erforderlich, die das flüssige Nass aus einem tieferliegenden Quellgrund allmählich in die Höhe befördert. Im Quellgebiet Rücksbroich, etwas unterhalb des eigentlichen Wasserturms Brenig, ist das dazu gehörige, denkmalgeschützte Pumpenhaus gut erhalten – eine Rarität.

Das unterhalb liegende Pumpenhaus Rücksbroich sorgte für die Wasserversorgung.

Der Heimat- und Eifelverein Bornheim hat im Süden der Gemeinde einen elf Kilometer langen Rundweg zum Thema „Wie das Wasser in die Häuser kam“ entwickelt. Dort geht es um Brunnen, Quellfassungen, Hochbehälter und natürlich auch um den Wasserturm und sein Pumpenhäuschen.

Text und Fotos: Detlef Stender, Stand 2025

Adressen: Wasserturm, Schornsberg 28a, Bornheim-Brenig; Pumpenhaus, Bergkreuzweg 20, Bornheim-Brenig

Weitere Informationen:

Spiegelhauer, Dieter: Berichte über die Denkmalpflege im Rhein-Sieg-Kreis. Bauten und Anlagen der Industrie- und Technikgeschichte, der öffentlichen Versorgung und des Verkehrs, in: Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises, 2000, S. 22-43

Heimat- und Eifelverein Bornheim: Bornheimer Quellenweg, https://www.rhein-voreifel-touristik.de/natur-erleben/wandern/der-bornheimer-quellenweg