Fähre Bad Honnef – Remagen-Rolandseck

Die Fähre von Rolandseck, einem Ortsteil der Stadt Remagen, nach Bad Honnef ist insofern etwas Besonderes, als sie auf ihrer Fahrt mitten im Strom die Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen überquert.
Anfang 1856 hatte die „Bonn-Cölner Eisenbahn-Gesellschaft“, die wenig später von der „Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft“ übernommen wurde, die linksrheinische Bahn bis Rolandseck fertig gestellt; zwei Jahre später konnte der Bahnhof Rolandseck als vorläufiger Endpunkt der Strecke eröffnet werden. Von hier aus konnten die Reisenden aus der Ferne das romantische Siebengebirgspanorama betrachten, eine Rheinfahrt mit den neuartigen Dampfschiffen unternehmen oder aber mit hölzernen Nachen, den bescheidenen Vorläufern der späteren Dampffähren, auf die rechte Rheinseite übersetzen.

Bahnhof Rolandseck

Der Bahnhof Rolandseck wurde 1856-1858 in unmittelbarer Nähe zum Rhein erbaut und war in der damals ländlich-kleinteiligen Umgebung ein gigantisch großes Bauwerk. Das Empfangsgebäude hatte für die Eisenbahngesellschaft eine wichtige repräsentative Bedeutung – und wurde entsprechend anspruchsvoll gestaltet. Die neue Bahnlinie brachte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Fahrgäste aus dem Norden erstmals unmittelbar an den romantischen Rhein. Durch die Umwandlung in einen „Künstlerbahnhof“ in den 1960er Jahren und den erfolgreichen Kampf für seine Erhaltung konnte er als eine Ikone der Industriekultur erhalten bleiben. Heute ist der Bahnhof als Empfangsgebäude des Arp-Museums öffentlich zugänglich und bietet einen faszinierenden Ausblick auf die Rheinlandschaft.

Villa Deichmannsaue

1836 ersteigerte der Kölner Bankier Wilhelm Ludwig Deichmann das bereits bestehende Landgut „Auerhof“ in Mehlem, aus dem später das sogenannte „Schloss“ Deichmannsaue werden sollte. Die Familie des einflussreichen Bankiers beließ zunächst weitgehend den Baubestand und konzentrierte sich auf die Ausstattung eines spektakulären Landschaftsgartens. Wilhelm und seine Frau Elisabeth hatten dort viele Künstler, Wissenschaftler und illustre Gäste zu Besuch, die die besondere Lage des Auerhofes mit Blick auf den Drachenfels genossen. Das Ensemble blieb durch drei Generationen im Besitz der Familie Deichmann, deren Bankhaus über Jahrzehnte hinweg eine Schlüsselrolle in der Finanzierung der westdeutschen Industrie besaß. Die heutige Form erhielt das Anwesen 1910-1912 unter der Federführung des Bankiers Wilhelm Theodor von Deichmann. Heute wird der historische Gebäudebestand von Bundesämtern genutzt und ist von der Rheinpromenade gut zugänglich.

Rheinfähre Königswinter – Bonn-Mehlem

Eine beeindruckende Annäherung an das Siebengebirgspanorama bietet eine Fahrt mit der Fähre von dem linksrheinischen Bonner Ortsteil Mehlem nach Königswinter. Seit dem späten Mittelalter besteht diese für die Region wichtige Verbindung quer über den Strom. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die erste dampfbetriebene Fähre in Dienst gestellt. In der Folgezeit wurde der Fährbetrieb immer wieder auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, um den steigenden Anforderungen vor allem durch den wachsenden Automobilverkehr gerecht werden zu können.

Villa Arthur Camphausen

Ein besonderer Reiz der ehemaligen Villa Camphausen liegt etwas im Verborgenen – auf der Rückseite des Gebäudes. Dort liegt ein weitläufiger Park von dem man freien Blick auf die andere Rheinseite hat – unter anderem auf den Drachenfels. Das Gebäude geht vermutlich auf einen Bau aus den 1860er Jahren zurück. Der Bankier Arthur Camphausen brachte Anfang des 20. Jahrhunderts mit einen Umbau das Ensemble in die repräsentative Form, die weitgehend erhalten ist. Der sehr vermögende Besitzer Arthur Camphausen war unter anderem Mitglied im Aufsichtsrat des A. Schaaffhausen’schen Bankvereins in Köln, dessen Engagement insbesondere der Finanzierung industrieller Aktivitäten galt. Arthur Camphausen war zugleich stellvertretender Vorsitzender der Kölnischen Rückversicherungsgesellschaft, die 1846 von Gustav Mevissen gegründet worden war. Die Villa wurde später erweitert, ist aber als Seniorenresidenz im Kern gut erhalten.

Ringsdorff-Werke Mehlem

Rund um den Bahnhof Mehlem entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts ein reges Industriegebiet – etwas was in Godesberg nicht gab und dort auch unerwünscht war. Die meisten dieser Betriebe rund um die Drachenburgstraße existieren nicht mehr. Heute arbeiten hier aber noch die Nachfolge-Firmen der Ringsdorff-Werke, SGL Carbon und GKN Sinter Metals Components. Dieser großflächige Firmenkomplex mit sehenswerter Architektur aus dem 20. Jahrhundert gehört heute zu den größten industriellen Arbeitgebern in Bonn.

Villen in Rolandseck

Der historische Bahnhof ist nicht das einzige ungewöhnliche Bauwerk in Rolandseck. In seiner unmittelbaren Nähe liegen einige spektakuläre Unternehmer- und Bankiersvillen – natürlich mit Rheinblick. Wir treffen hier auf Bauherren, deren Familien wir schon aus Godesberg und Mehlem kennen: vom Rath und Deichmann.

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